Mar 18, 2026
Seit letztem Jahr befindet sich die Demonstrationsanlage für die PEM-Elektrolyseur Modular Hydrogen Platform (MHP) von Quest One auf dem Werksgelände von Everllence in Augsburg im Bau. Der Elektrolyseur wird in einen Prüfstand im Turbocharger Performance Center (TPC) von Everllence integriert. Nach seiner Fertigstellung wird er im Testbetrieb wertvolle Daten für den zukünftigen industriellen Einsatz liefern. Projektleiter Markus Metzger gibt Einblicke in den aktuellen Stand der abgeschlossenen und bevorstehenden Bauphasen sowie in die übergeordneten Ziele und die Bedeutung des Projekts für Quest One.
Die Demonstrationsanlage ist ein Leuchtturmprojekt in der Wasserstoffindustrie: Interessenten, potenzielle Kunden, Entwickler, Planer und Architekten können die Bauphasen hautnah verfolgen. Dies ist auf dem Markt heute kaum möglich, da Großelektrolyseure in der Regel direkt auf Kundengeländen gebaut werden und in den meisten Fällen aus betrieblichen Gründen nicht besichtigt werden können.
Besichtigungen der Baustelle sind seit Mitte 2025 möglich. Besucher erhalten einen Eindruck von der Größe, dem internen Aufbau und der Infrastruktur der Anlage. Die Nachverfolgung der Planungsschritte anhand der Referenzanlage veranschaulicht zudem, welche Faktoren und Rahmenbedingungen beim Bau eines Elektrolyseurs für den industriellen Einsatz zu berücksichtigen sind. Diese reichen von baulichen Anpassungen am Gebäude, erforderlichen Genehmigungen, der Abstimmung mit Netzbetreibern für die Stromversorgung bis hin zu den Lieferzeiten spezifischer Komponenten.
Erfolgreicher Projektstart
Seit Baubeginn wurden die Stromversorgungseinheit (PSU), der Transformator und die Mittelspannungskomponenten (480 V) installiert. In der ersten Jahreshälfte 2025 wurden die Wasserein- und -auslasssysteme sowie bauliche Arbeiten am Prüfstand, einschließlich Wanddurchbrüchen und Stahlbau, eingerichtet. Die Wasseraufbereitungsanlage wurde im Mai 2025 in Betrieb genommen; eine Testphase hat seitdem die für die Wasserstoffproduktion erforderliche Wasserqualität sichergestellt.
Im weiteren Verlauf wurden die Mittelspannungskabel verlegt und angeschlossen sowie die Niederspannungsversorgung (400 V) installiert, die die Wasseraufbereitungsanlage und die geplante Steuerungseinheit versorgt. Auch der Sauerstoffabscheider und Teile des Prozesswasserkreislaufs wurden seither installiert.



Ausblick auf die nächsten Bauphasen
Die nächste Bauphase konzentriert sich auf die Installation der Lüftungsanlage und der Gasabsaugsysteme am Prüfstand. Weitere Projektmeilensteine sind die Bedienerplattform, das PEM-Stack-Modul und der Prozesswasserkreislauf inklusive Pumpen und Mischbettmodul.
Testphase und Inbetriebnahme
Gemäß Bauplan findet Mitte 2026 der sogenannte Inhouse Test Cold (Kaltinbetriebnahme) statt, um kritische Funktionstests vor Beginn der Wasserstoffproduktion durchzuführen. Dazu gehören die Dichtheitsprüfung aller Komponenten und die Sicherstellung der korrekten Ansteuerung der Ventile über die Steuerungseinheit. Alle Sicherheitsfunktionstests werden ebenfalls in dieser Phase durchgeführt.
Nach Abschluss der Kaltinbetriebnahme folgt in der zweiten Jahreshälfte 2026 der Inhouse Test Hot (Heißinbetriebnahme), der den Start der Wasserstoffproduktion im 4. Quartal 2026 ermöglicht.


